Ich brauche ein iPod Dock … nur welches? (Update)

13.05.2012

715i_klein.pngWozu braucht man so ein Dock? Wozu brauche ich so ein Dock? Hab ich doch prima Stereo Equipment von Yamaha, Nubert und dazu noch eine Apple TV. Brauche ich wirklich das ganze drum herum zum Podcast hören oder für Radio und gelegentlich Musik?

Angetrieben, mir so ein Dock zu kaufen, war ich nur von dem Gedanken meine ganzen Podcasts auch ohne das ganze “Brimborium” zu hören. Unkompliziert, schnell und überhaupt - liegen doch etliche noch ungehört einfach so rum.

Als ich begann mich mit dieser Materie zu beschäftigen, wurde mir sofort klar: finde heraus, was genau du willst und wie teuer der Spaß maximal sein darf. Neben 600 Euro Kalibern à la Bowers & Wilkins Zeppelin Air gibt es eben auch die Spaßabteilung, die akustisch eher einem Telefonhörer gleicht.

Worauf kann man verzichten? Equalizer, Radio, Wecker … also alles wozu es eine App gibt oder was man wirklich nicht braucht. Guter Klang, Fernbedienung, kein nerviges LC-Display und dezentes Auftreten sind sicherlich die primären Merkmale eines vernünftigen Docks - jedenfalls für mich.

Nach dem ich Amazon und die Kundenbewertungen abgegrast, gefühlte 20 Blogs und Reviews gelesen hatte, blieben zwei übrig. Den Traum vom Zeppelin Air schenkte ich mir … und ja, Bose wird deutlich überbewertet!

Meine Test-Kandidaten: JBL On Stage IIIP und das Logitech S715i. Beide unter 100 Euro, beide tragbar / mobil mit Akku oder Batterien (war nicht ausschlaggebend) und der Klang soll laut Kundenrezension bei Amazon überdurchschnittlich für deren Größe sein.

Auslaufmodelle?
Logitech bietet zwar schon den Nachfolger an, die Wireless Boombox Z715, diese funktioniert aber nur via Bluetooth (kein AirPlay) und besitzt keine Ladefunktion. Fail!

Auch JBL offeriert einen Nachfolger, die JBL ON STAGE IV - hier entscheidet aber sicherlich primär das Design. Für mich persönlich dann doch etwas zu “Funky”. Der Klang soll ähnlich dem des JBL On Stage IIIP sein.

erster Eindruck
Beide Testkandidaten machen optisch und haptisch einen wertigen Eindruck. Die Verpackung ist gut auf den Inhalt abgestimmt, da sollte beim Transport nichts kaputt gehen. Die Fernbedienungen ist bei beiden Kandidaten etwas klein, schließlich sind es ja auch mobile Geräte.

Beide Systeme haben erwartungsgemäß keine Probleme mit einem eingeschaltetem iPhone, keine Störgeräusche - so muss es sein! Laut Herstellerangaben funktionieren sie auch mit jeder Art von iPod oder iPhone - das Logitech noch eleganter als das JBL, aber dazu später mehr.


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JBL On Stage IIIP




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Logitech S715i

Dock
Der enorme Vorteil des Logitech S715i ist sein universelles Dock. Ohne Adapter kann man vom iPhone 4S über den iPod 5G und den iPod nano 4G alles einstecken. Großes Lob! Da kann der JBL nicht mithalten - ihm liegen fünf Adapterschalen bei, unpraktisch! Auch ohne diese Adapter ist das Einsetzen eher Qual als Freude. Fail!

Klang
Am meisten war ich doch vom JBL On Stage IIIP überrascht - wie kann aus so wenig Volumen so v(t)oller Klang kommen? Die Höhen und Mitten werden etwas stark betont wiedergegeben, aber auch der Bass ist präsent. Insgesamt klingt das JBL etwas unausgewogen und versucht seine klanglichen Schwächen auf Grund der baulichen Eigenschaften zu kaschieren (DSP).

Das Logitech Dock beherbergt vier aktive und vier passive Lautsprechern in seinem Chassis. Allein wegen der Bauart erwartet man einen volleren, erwachseneren Klang. Genau das ist auch der Fall - ein kräftiger und voluminöser Auftritt bei normalem und auch hohem Pegel. Der Klang dennoch nicht ausgewogen, zeigt eine eher mittenbetone Note - Geschmacksache.

Eigentlich würde ich mir gern eine Kombination aus beiden wünschen, aber dann wäre ich preislich in der oben erwähnten Liga.

Akku
Im Gegensatz zum JBL, besitzt das Logitech einen integrierten Akku, der es bis zu 8 Stunden durchhalten soll. Das JBL kann man optional, und das finde ich sehr gut, mit AA-Batterien oder entsprechenden Akkus bestücken.

Der Logitech Akku wird jedes Mal, wenn das Gerät am Strom ist, geladen. Eine LED signalisiert den Status des Akkus: beim Laden blinkt es und wechselt im Akkubetrieb - von Grün zu Gelb nach Rot, je nach Ladungszustand.

Beide Geräte erreichen im Akkubetrieb übrigens nicht ihre volle Lautstärke. Wer es also gern das volle Potential ausschöpfen möchte, der sollte sein Dock stets mit Netzteil betreiben.

715i_akku.jpgMich persönlich stört das ständige Laden des Logitech Docks und das damit verbundene Leuchten der LED. Der Akku würde nach 1/2 Jahren Schrott sein und die “Light-Show” kann ich mir sparen. Nach einer kurzen Recherche im Netz habe ich das Akku-Pack lokalisiert und einfach ausgebaut. Das Dock funktioniert auch so und ohne sichtbare Nebenwirkungen - prima!

Fazit
Beide haben klanglich ihre positiven und weniger positiven Eigenschaften und beschallen locker einen 30m² Raum ohne angestrengt zu klingen. Hier muss jeder seine persönlichen Vorlieben heraus finden - also Probehören mit der Lieblingsmusik ist angesagt!

Meine Wahl viel letztendlich auf das Logitech S715i. Das Gesamtkonzept macht für mich mehr Sinn, der Klang annehmbarer als beim JBL und der große Vorteil des wirklich universellen Docks brachte die Entscheidung.

Update 13.05.2012
Leider scheinen einige Apps die Equalizer Einstellung im iPhone 4S (iOS 5.1.1) nicht zu nutzen. Somit klingen z.B. Radio Apps ganz normal. Für eine reine Talk-Sendung wünscht ich mir da mehr Höhen und weniger Bass. Aber man kann nicht alles haben oder ich brauche ‘ne andere App. Empfehlungen?

  1. Avatar for Mario Mario

    Sonntag, Mai 13, 2012 - 17:27:44

    Super Review! Genau danach hab ich gesucht, weil ich mir statt einer Stereoanlage lieber ein iPod Dock kaufen möchte. Die kleinen Dinger sind vom Sound mittlerweile unschlagbar. Stehe auch gerade vor der Wahl und der Beitrag hat mich einen Schritt weiter gebracht. Ich denke ich nehm auch das Logitech S715i. Danke und Gruß.

  2. Avatar for simon simon

    Sonntag, Mai 13, 2012 - 17:56:07

    Hallo Mario, als Ersatz einer echten Stereoanlage kann man keines der Docks bezeichnen. Gegen eine Mini-Anlage von Onkyo, Yamaha, Denon und Co. sehen die absolut alt aus. Klar kosten die mehr, du musst dich nur fragen: was willst du damit hören und welche Qualität setzt du an das Hören!

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